Glasfenster

(Kategorie: Glaswerkstatt)

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Zuerst die Erklärung zu meiner Skizze

Wie sind Menschen aufgebaut? Wie verhalten sich die Proportionen eines Menschen, beim Sitzen, Gehen oder Liegen? Dieses ist einer meiner ersten Entwürfe eines Menschen. Er stellt eine Frau dar, die in Gedanken verloren ist. Da wir im Unterricht das Thema “der Mensch und seine Ergonomie” haben, habe ich einfach drauf los gezeichnet. Vorher zeichnete ich Wirbelsäulen und Schädel im Unterricht. Dann habe ich die leichteste Zeichensicht gewählt, um den Knochenbau mit Leben zu füllen. 

Wie haben wir die Skizze als Glasfenster umgesetzt?

Als Erstes haben wir die Stelle ausgemessen, an der unser Glasfenster eingesetzt wird. Es sollte schließlich auch hineinpassen.

Als Zweites haben wir die Frau mit klaren Linien auf ein A2-Blatt aufgezeichnet. Danach haben wir in der Gruppe überlegt, wo wir die Bleie einsetzen wollen. Diese dienen der Stabilität und geben dem Fenster noch einen gewissen Kick. Die Bleie mussten immer eine Verbindung zum anderen Blei haben und sollten auch über mehre Gläser gehen. Weiter mussten wir darauf achten, dass die Bleie nicht zu groß und nicht zu klein sind und dass die Verbindungen stimmen. Nun haben wir die Skizze noch einmal in der gleichen Größe ausgedruckt. Danach haben wir unseren einzelnen Glasmustern Zahlen gegeben, um zu wissen, in welche Reihenfolge sie gehörten. Der nächste Schritt bestand darin zu entscheiden, welches Glas farbig werden sollte. Da farbiges Glas sehr teuer ist, mussten wir es sparsam einsetzen.

Schere

Weiter ging es mit der Schablonenschere. Sie hat den Vorteil, dass wir gleich mehrere Millimeter wegschneiden konnten, da wir den Platz für die Bleie benötigten. Wir mussten daran denken, dass das Blei +0,5 mm dick ist und das Fenster in den vorgesehenen Rahmen passen musste. Nun legten wir die einzelnen Muster wieder auf die erste Vorlage. Durch die Zahlen wussten wir genau, wo welches Muster hingehört.

werkzeugeJetzt mussten wir unseren Arbeitsplatz einrichten und uns die Werkzeuge zusammensuchen. Von links nach rechts: Messer (zum Schneiden der Bleie und zum Anheben der Gläser zum Anpassen der Bleie), Zange, Hammer, Aufroller und Glasschneider.

Kaum war die Schutzbrille aufgesetzt, ging es los: Unsere Gruppe hatte sich die einzelnen Farbmuster genommen und sie auf ein Stück Glas gelegt. Mit dem Glasschneider haben wir um die Schablonen herumgeschnitten. Erst schnitten wir die leichteste Linie und brachen das entstandene Stück anschließend mit der Gröselzange ab. Der Glasschneider ritzt dabei nur die Oberfläche an. Dadurch fällt Glasstaub in die verletzte Stelle und Spannung entsteht. Nun kann das Stück leicht mit der Zange abgebrochen werden. Bei runden Schnitten haben wir das Glas mit der Zange komplett durchtrennt. Leichter geht es, wenn man Schneideöl benutzt. Dieses ist jedoch sehr teuer und  nicht zwingend notwendig für das Schneiden. Mit der Glasschleifmaschine konnten wir die nötigen Feinheiten in unser Objekt einarbeiten. Dank der Muster wussten wir genau, wie groß die einzelnen Glasstücke zu sein hatten. Hierbei mussten wir darauf achten, dass alles genau ist und wir nicht schlampen. Sonst hätten wir später große Probleme mit dem Zusammenbau von den Gläsern und Bleien gehabt.

Als alle Glasteile fertig waren, haben wir uns ein großes Stück Blei genommen, welches am Ende der einen Seite und unten als Rahmen dient. Bevor wir die Bleie benutzen konnten, mussten wir sie mit dem Aufroller anreiben. Dies dient der chemischen Reaktion im Blei und dem Glätten der Oberfläche. Wir wechselten uns mit den Bleien und Gläsern ab. Wenn ein Glas mit einem Bleirahmen umschlungen war, mussten wir Glasreste gegen das Blei drücken und mit Nägeln fixieren. Die Nägel dürfen nicht gegen die Bleie gedrückt werden! Das Glas soll fest sitzen und sich nicht mehr verschieben, wenn das nächste Glas hineingedrückt wird. Mit einem Hammer haben wir die Enden der Bleie etwas zusammengedrückt, damit wir sie gut ins das jeweils nächste Blei hineindrücken konnten. Mit dem Messer haben wir die einzelnen Gläser hochgehoben, um das Blei unter das Glas schieben zu können.

Fensterlöhten2Als alle Gläser verbleit waren, mussten wir noch den Rahmen oben und an der anderen Seite mit Bleien versehen. Als alles gut befestigt war und das Glas schon so gut wie fertig, mussten wir die einzelnen Bleiverbindungen noch auf jeweils beiden Seiten löten. Dazu mussten wir die Lötstellen zuerst mit einer Lötflüssigkeit einschmieren. Hier in diesem Bild kann man die Lötstellen gut sehen, es sind die hellen Kreuze auf dem Blei.

Am Ende wurde das Glas geputzt.

Die Befestigung

Unser Lehrer half uns, das Glas mit Nägeln an unserem Fensterglas zu befestigen. Da unsere Schule denkmalgeschützt ist und wir die Fenster nicht entfernen durften, haben wir unsere Bleiglasfenster auf der Innenseite des Raums vor die ursprünglichen Fenster eingesetzt.

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Fertiges Fenster

Kleine Glaslektüre

Natürlich informierten wir uns auch darüber, wie Glas entsteht! Das erste Glas entstand schon 7000 v. Chr. und bestand aus 90% sauberem Sand (Quarzsand). Das älteste Rezept stammt aus Asurien vom Syrerkönig Assorbanipal und besteht aus 60 Teilen Sand, 180 Teilen Meerespflanzen (Pottasche) und 5 Teilen Kreide. Glas ist eine unterkühlte Flüssigkeit und hat unterschiedliche Schmelz- und Gefrierpunkte. Deshalb muss man Glas kontrolliert abkühlen lassen. Glas hat eine große Oberflächenspannung, das heißt, es ist viskoseartig (ähnlich wie Honig). Die ersten Glasherstellungen wurden in zwei Werkstätten durchgeführt. Die Erste stellte das Rohglas her und die zweite Werkstatt schmolz das Rohglas, um es zu einem Endprodukt weiterzuverarbeiten. In Venedig kannte man zu dieser Zeit bereits Marmor, der in sogenannten Hafenöfen gebrannt wurde. Diese Öfen hatten zwei Etagen. In der Ersten wurde das Glas geschmolzen und in der Zweiten gekühlt. Heutzutage nutzt man dafür Brennöfen. Man heizt den Ofen schnell auf eine hohe Temperatur, damit sich keine Kristalle bilden können. Dann hält man die Temperatur kurz auf diesem Niveau. Es folgt eine schnelle Abkühlung, um die Entstehung von Quarzsprüngen zu vermeiden. Quarzsprünge entstehen, wenn man den Ofen öffnet. Danach lässt man das Glas entspannen, damit es nicht brechen kann. Es gibt viele Glasarten wie Antikglas, Natronglas, Borosilicatglas, Bleiglas und weitere. Alle haben eine andere Zusammensetzung und unterscheiden sich bei der Herstellung und beim Brennen.

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Author: Marina_Z
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