Der Entwicklungsgang von LEGO

(Kategorie: Abschlussarbeiten)

26.Mai, 2010

Inhaltsverzeichnis

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1. Einleitung

1.1 Daten und Fakten

2. Die Entwicklungsgang von Lego

2.1 Aller Anfang ist schwer

2.2 Ein zweiter Schicksalsschlag, doch es geht bergauf

2.3 Grundsätze von Lego und der original Lego-Stein

2.4 Lego expandiert – Zahlen und Fakten

2.5 DUPLO – der große Baustein für die kleinen Hände

2.6 Das Aus für Lego?

3.  Die Bilanz – Lego kann’s

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1. Einleitung

Am 7. April 1891 wurde Ole Kirk Christiansen in einer Kleinstadt namens Filskov bei Billund in Dänemark geboren. Er machte eine Ausbildung zum Tischler und Zimmermann und kaufte einige Jahre später (1916) eine Schreinerei, die er „Billund Maschinentischlerei und Zimmergeschäft“ nannte. Dort fertigte er größtenteils Möbel, aber auch Fenster und Türen an, die sich besonders durch ihre Exaktheit und sehr gute Qualität auszeichneten.

1924 musste sein Betrieb jedoch einen bitteren Rückschlag erleiden. Durch einen Brand wurden seine Werkstatt und Wohnung komplett zerstört. Die Pechsträhne wollte kein Ende nehmen, als 1932 seine Frau starb und die Weltwirtschaftskrise ihren Lauf nahm. Doch Ole Kirk gab nicht auf und ließ kurz nach dem Brand eine neue, größere Werkstatt errichten und heiratete 1934 ein zweites Mal.

In seiner Freizeit fing er an, aus Holzresten Miniatur-Trittleitern und Minibügelbretter für Puppenstuben herzustellen. Später erweiterte er sein Sortiment um Feuerwehrautos und Wackelenten. Es war das erste Holzspielzeug, das in Billund gebaut wurde. So wie der Zufall es wollte, schaute ein Großhändler aus Fredericia (Dänemark) vorbei und war von der ersten Sekunde an von Christiansens Holzspielzeug begeistert. Er gab ihm einen Großauftrag, doch der Deal platzte, als der Händler mit seinem Unternehmen kurz vor Fertigstellung der Lieferung Konkurs anmeldete. Ole Kirk blieb auf seiner Ware sitzen und versuchte nun selbst, diese an „Tante-Emma-Läden“ zu verkaufen – mit großem Erfolg.

Um 1934 waren die putzigen Enten die Haupteinnahmequelle, welche für genügend Aufträge sorgten, sodass er nicht nur seine vier Söhne beschäftigen, sondern auch Arbeitsplätze an Menschen in seinem Heimatdorf vergeben konnte. Doch eines fehlte noch; ein Firmenname musste her, mit dem jedes Teil, dass die Werkstatt verließ, gestempelt werden konnte.

„Lego“ – übersetzt „Spiel gut“, sollte seine Firma heißen.

Als 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, waren in Dänemark, unter deutscher Besetzung, einige wichtige Lebensmittel rationiert, das Autofahren wurde eingeschränkt und auch der Import von ausländischem Spielzeug wurde verboten. Das bedeutete die große Chance für Ole Kirk. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Landsleute nur bei ihm Spielzeug kaufen, denn es gab keine andere Alternative. Eltern schenkten ihren Kindern nun das hübsche, robuste Holzspielzeug, um die leidvolle Zeit vergessen zu lassen.

Der Absatz stieg langsam, doch es ging voran. Der Umsatz von 4000 Kronen (ca. 535 Euro) im Jahr 1933 stieg auf 200.000 Kronen (ca. 26.800 Euro) im Jahr 1944.

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2.2 Ein zweiter Schicksalsschlag, doch es geht bergauf

Nachdem das Geschäft von Ole Kirk endlich Fuß gefasst hatte, traf ihn ein erneutes Unglück. Ein Feuer im März 1942 legte seine Werkstatt in Schutt und Asche und außer seiner Wohnung und dem Büro blieb nichts zurück. Der Spielzeugmacher steckte in einem finanziellen Desaster und war kurz davor aufzugeben, doch viele Gemeinden in seinem Umkreis verhalfen ihm zu einem Neuanfang, indem sie günstiges Bauland und gute Startbedingungen zur Verfügung stellten. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Schon Ende 1942 stand eine neue Werkstatt für die Produktion bereit, die mehr als 500 m² umfasste.

Am 24. April 1944 wurde seine Produktionsstätte juristisch in ein Unternehmen umgewandelt, es hieß „Spielzeugfabrik LEGO Billund A/S“. Ole Kirk war der Senior-Direktor und sein Sohn Godtfred stieg als rechte Hand mit ins Geschäft ein.

Nach Kriegsende gab es vor allem Fortschritte in der Kunststoffindustie, die Ole Kirk dazu veranlassten 1947 eine Kunststoff-Spritzgussmaschine zu beschaffen, die er zur Herstellung von Kunststoffspielzeug in Betrieb nahm. Er war der erste mit solch einer Maschine in ganz Dänemark. An dem damals noch verpönten Material wollte zunächst keiner Gefallen finden, denn es galt noch überall der Grundsatz der Waldorfschulen, wonach „in Kinderhände nur warmes Holz gehöre.“

Das erste erfolgreiche Kunststoffspielzeug war ein Imitat eines Traktors der Firma „Ferguson“, der ebenso mausgrau war  wie das Original. Ende der vierziger Jahre waren in Billund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Obwohl juristisch inzwischen eine GmbH, funktionierte der Betrieb weiterhin als Familienunternehmen. Billund befand sich im wirtschaftlichen Aufschwung und Ole Kirk wurde zu einem allseits geachteten Unternehmer.

Über 200 verschiedene Produkte aus Holz und Kunststoff wurden 1949 produziert, darunter auch der Vorreiter des späteren Legobausteins  „Automatic Binding Brick“, der 1953 in „Lego Mursten“ (Mauerstein) umbenannt und ab 1957  zum „Lego Brick“ (Stein) wurde.

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2.3 Grundsätze von Lego

Als Oles Sohn Godtfred 1954 auf einer Schiffsreise zufällig den Einkaufchef des bekannten Kaufhauses „Magasin du Nord“ in Kopenhagen traf und mit ihm ins Gespräch kam, meinte dieser, dem handelsüblichen Spielzeug fehle es an einem System.  Godtfred war ganz Ohr und in den folgenden Monaten darauf dachte er sich 10 Grundsätze für das Lego-System im Spiel aus:

  • unbegrenzte Spielmöglichkeiten
  • für Mädchen und Jungen
  • begeistert alle Altersgruppen
  • Ganzjahresspiel
  • gesundes und ruhiges Spiel
  • die meisten Spielstunden
  • Entwicklung, Phantasie und Kreativität
  • mehr Lego vervielfacht den Spielwert
  • leicht zu ergänzen
  • perfekte Qualität

Doch welches der mittlerweile etwa 200 Produkte der Ex-Tischlerei bot sich an, zu einem System ausgebaut zu werden? Im Grunde nur ein Einziges: die Bausteine aus Kunststoff.

Damit jedoch ein System entstehen konnte, musste der Mauerstein noch einmal neu konstruiert werden. Godtfred  löste das Problem, indem er an den Stein zu den Noppen auf der Oberfläche noch Röhrchen auf der Unterfläche anbrachte. Jetzt war der Baustein unbegrenzt steck- und stapelbar. Die genauen Maße und die Anzahl der Röhrchen des Steins mussten zuvor lange ausgetüftelt werden, da immer wieder Beschwerden, vor allem aus Deutschland, kamen, dass die Klötzchen nicht zusammenhielten. Erst Ende 1959 war der Lego Stein perfektioniert. Drei Röhrchen im Hohlraum eines Achtknopfsteins garantierten bei jeder Variante des Zusammenbaus stets einen Dreipunktekontakt zwischen Knöpfen und Innenrohren. Die optimale Lösung war geboren. Dieses Kupplungsprinzip garantierte eine größere Stabilität und unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten, welche bis in die heutige Zeit noch jedem Lego-Anhänger Freude bereitet.

Die Idee musste aber nicht nur umgesetzt, sondern auch geschützt werden. Ein dänischer Ingenieur vom Patentschutzamt riet Godtfred, nicht nur das System mit den Innenrohren schützen zu lassen, sondern auch alle anderen denkbaren Alternativen, damit die Konkurrenz vorerst keine Chance hat. Ein Wettlauf mit der Zeit begann und in Billund wurde Tag und Nacht daran gearbeitet, alle denkbaren Lösungen durchzuspielen. Für die Patentanmeldung wurden Modelle und Zeichnungen in dreifacher Ausführung benötigt. Godtfred reiste nach Kopenhagen und reichte sie ein. Am 28. Januar 1958 hatte er es geschafft, das einfache Stecksystem und weitere mögliche Lösungen waren angemeldet. Vorerst in Dänemark, später auch im Ausland.

Der Siegeszug von Lego begann.

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2. 4 Lego expandiert – Zahlen und Fakten

In den frühen 60er Jahren wurde die Holzspielzeugproduktion komplett eingestellt und Lego konzentrierte sich ausschließlich auf das System der Bausteine. Die Bilanz des Unternehmens kletterte von Jahr zu Jahr steil nach oben. Zwischen 1960 und 1965 stieg die Zahl der Mitarbeiter bei Lego von 450 auf 600 an. Neue Baugrundstücke wurden gekauft und Produktionshallen zum wiederholten Male vergrößert. Ein Produktentwicklungschef wurde eingestellt, eine eigene Abteilung für Entwicklung gegründet.  Ein Marketingchef wurde ebenfalls engagiert sowie ein Jurist. Er kümmerte sich um Patente, Warenzeichen, Währungsfragen, Verträge und hatte immer mehr zu tun. Eine Abteilung „Lego Übersee“ wurde aufgemacht, die für die überseeischen Märkte zuständig war. 1961 wurden Vereinbarungen über Verkauf und Lizenzproduktion mit Kanada und den USA getroffen. Bald breiteten sich die Lego Steine auch in Australien, Japan sowie in vielen Ländern Afrikas und Asiens aus. Lego hatte nun schon 29 Design Patente, 19 Gebrauchsmuster und 51 Warenzeicheneintragungen auf der ganzen Welt verteilt.

Im selben Jahr erweiterte Lego sein Sortiment um das erste Lego Rad. Darauf folgte 1962 das erste Drittelelement und Mitte der Sechziger kamen die ersten Schachteln mit Bauanleitungen auf den Markt. Das Zugprogramm mit Motor und Schienen wurde 1966 eingeführt und im Jahre 1969 brachte man schließlich den „großen Baustein für kleine Hände“ auf den Markt: DUPLO.

Ein Jahr später hatte Lego in Billund 970 Mitarbeiter und 30.000 m² Industriefläche, zehn Jahre später waren es bereits fast 2400 Mitarbeiter und 100.000 m² bebaute Fläche.

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2.5 DUPLO – der große Baustein für die kleinen Hände

Acht mal so groß und doppelt so lang, breit und hoch wie der ursprüngliche Lego Stein erschloss der DUPLO Stein 1969 dem Unternehmen nun auch den Markt der  Zwei- bis Sechsjährigen.

Anfang der achtziger Jahre hatte sich abgezeichnet, dass der Markt für Babyspielzeug große Möglichkeiten eröffnen würde. US- Magazine prophezeiten einen Babyboom. Das wollte sich Lego nicht entgehen lassen und schickte zur selben Zeit zwei Firmenvertreter nach London, um ausfindig zu machen, welche Produkte der Markt für Babyspielzeug schon besaß. Das Ergebnis war: Wenn schon Baby-Spielzeug, dann solches, das man mit dem bereits vorhandenen DUPLO Elementen zusammenbauen konnte. Ein Konzept das langfristig aufging. Design, Farbe und vor allem die Idee, schon Kleinkinder mit DUPLO Elementen auszustatten, kam bei Familien mit Kindern hervorragend an.

DUPLO kreierte die „Baby Linie“ – sechs verschienartig geformte Rasseln. Dazu gab es Figuren mit beweglichen Armen und Beinen.

Als besonders genialer Entwurf erwies sich später der weltweit erste Schraubenzieher für Babys. Immerhin haben schon die Kleinsten einen unwiderstehlichen Drang zu Papas Werkzeugkasten. Diesem Verlagen kam die Lego Firma 1992 entgegen, als sie  für Zwei- bis Sechsjährige das DUPLO Tool Programm erstellte.  Mit den genialen TOOLO Schraubenzieher können die Knirpse stabile Autos, Kräne und vieles mehr konstruieren. Heute reicht die Produktpalette vom Flughafen über den Zoo bis hin zur DUPLO Stadt und damit ist noch lange kein Ende in Sicht.

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2.6 Das Aus für Lego?

Lego entwickelte über die Jahre hinweg immer neue Produktpaletten. Von Lego-System über Lego Technic bis hin zu Lego Magnetic hat das Unternehmen fast alles zu bieten. Auch Legoland – Freizeitparks, die sich thematisch an Lego orientieren und fast ausschließlich aus Legoklötzchen  bestehen,  wurden eröffnet. Doch dann geriet das Unternehmen in eine Krise.

Der Spielzeugmarkt hatte sich über die Jahre hin stetig weiterentwickelt und Lego beschränkte sich immer mehr auf technisches Spielzeug, teilweise mit Elektromotor und Getriebe. Die ganz junge Generation konnte mit den technisch anspruchsvollen Modellen nichts mehr anfangen und Lego verlor seine Zielgruppe aus den Augen.

Im Jahr 1986 stellte Lego einen Rekord auf: Innerhalb eines Jahres wurden acht neue Modelle  herausgebracht. Die „Lego Arctic Action Sets” umfassten alle  Elemente einer Polarexpedition: ein Polarcopter, ein Snowscooter, eine Bergrettungseinheit oder eine Bergrettungsstation waren Elemente dieser neuen Reihe. Zum ersten Mal tauchten die „Lego Action Figures“ auf. Mit beweglichen Gliedmaßen erinnerten sie nur noch entfernt an die klassischen Lego-Figuren der siebziger Jahre. Computerspiele und Konsolen wie Nintendo füllen die Kinderzimmer und immer mehr Legosteine räumten das Feld.

Daraufhin konzentrierte sich das Unternehmen auf die Produktion von Videospielen, Kinderfahrrädern und anderen Artikeln, denen jeglicher Bezug zu dieser Marke fehlte.

Als schließlich die robusten Duplosteine in “Explore” umgetauft wurden, war klar: “Lego wird immer profaner, statt profitabler”.

Im Jahr 2004 stand Lego kurz vor dem Aus, als das Spielwarengeschäft nur noch rote Zahlen schrieb. Mit einem Verlust von 226 Millionen Euro mussten sämtliche Freizeitparks (ca. 70%) verkauft werden.

Lego musste schnell handeln und verlagerte viele Produktionsstätten nach Osteuropa, wo Lohn und Produktionskosten im Vergleich zu Dänemark und der Schweiz erheblich geringer waren. Zudem konzentrierte man sich wieder auf das Wesentliche: Zurück zur Konstruktion und Kombination mit einfachen Bausteinen. Basierend auf diesem Leitgedanken und geringen Kosten konnten zwei Jahre später wieder Gewinne in Höhe von 192 Millionen Euro erzielt werden.

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3. Bilanz – LEGO kann’s

Zusammenfassend lässt sich sagen, der multiinternationale Konzern Lego hat über Jahre hinweg bewiesen, dass er zu Recht in fast jedem Kinderzimmer seine Spuren hinterlassen hat und immer noch hinterlässt.

Die gute Qualität und unendliche Spielmöglichkeiten überzeugen heute noch. Lego hat seine Grundsätz eingehalten und begleitet sicher noch viele Jahre Jung und Alt.


Quellen

http://www.toymarkt.de/ LegoAusstellung.html

http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/lego-attacke-auf-die-kinderzimmer-381116/

http:/ / www.jenspeterkutz.de/lego.pdf

http://www.lego.com/de/press/legostory.asp

http://www.amazon.de/Die-Lego-Story-Stein-Weisen/dp/3832303472

Die Lego Story


Author: Katharina - verfasst am 26. Mai 2010.
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