Glasfenster

(Kategorie: Glaswerkstatt)

13.Jan, 2010

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Zuerst die Erklärung zu meiner Skizze

Wie sind Menschen aufgebaut? Wohin gehen die Proportionen eines Menschen, beim Sitzen, Gehen oder Liegen? Dieses ist einer meiner ersten Entwürfe eines Menschens. Er stellt eine Frau dar, die in Gedanken verloren ist. Da wir im Unterricht das Thema “Mensch und seine Ergonomie” haben, habe ich einfach drauf los gezeichnet. Vorher zeichnete ich Wirbelsäulen und Schädel im Unterricht. Dann habe ich die leichteste Zeichensicht gewählt, damit aus dem Skelett Leben wird.

Wie haben wir die Skizze als Glasfenster umgesetzt?

Als Erstes haben wir das Fenster ausgemessen, wo unser Glasfenster eingesetzt wird. Es sollte schließlich auch reinpassen.

Als Zweites haben wir die Frau auf ein A2 Blatt mit klaren Linien aufgezeichnet. Danach haben wir in der Gruppe überlegt, wo wir die Bleie einsetzen wollen. Die Bleie dienen zur Stabilität und geben dem Fenster noch einen gewissen Kick. Die Bleie mussten immer eine Verbindung zum anderen Blei haben und sollten auch über mehre Gläser gehen. Weiter mussten wir darauf achten, dass die Bleie nicht zu groß und nicht zu klein sind und,  dass die Verbindungen stimmen. Nun haben wir die Skizze noch einmal ausgedruckt, in der gleichen Größe. Danach haben wir unseren einzelnen Glasmustern Zahlen gegeben. Damit wir wussten in welche Reihenfolge sie gehörten. Der nächste Schritt bestand darin zu entscheiden, welches Glas farbig werden sollte. Da farbiges Glas sehr teuer ist, mussten wir es sparsam einsetzen.

Schere

Weiter ging es mit der Schablonenschere. Sie hat den Vorteil, dass wir mehrere Millimeter gleich wegschneiden konnten. Da wir den Platz brauchten für die Bleie. Wir mussten daran denken, dass das Blei +0,5 mm ist. Das Fenster durfte nicht größer werden, als der Platz wo es eingesetzt wird. Nun hatten wir die einzelnen Muster wieder auf die erste Vorlage gelegt.Durch die Zahlen wussten wir genau wo welches Muster hingehört.

werkzeugeJetzt mussten wir unseren Arbeitsplatz einrichten und uns die Werkzeuge zusammensuchen. Von links: Messer ( womit wir die Bleie schneiden und die Gläser hochheben konnten, um das Blei ans Glas besser reinschieben zu können), Zange, Hammer, Aufroller und Glasschneider.

Nur noch Schutzbrille auf und los gehts. Unsere Gruppe hat sich die einzelnen Farbmuster genommen und sie auf ein Stück Glas gelegt. Mit dem Glasschneider haben wir um die Schablonen herumgeschnitten. Erst haben wir um die leichteste Linie geschnitten und mit der Gröselzange das Stück abgebrochen. Man muss sich das so vorstellen, dass der Glasschneider nur die Oberfläche anritzt. Dadurch fällt Glasstaub in die verletzte Stelle und Spannung entsteht. Dadurch kann man es leicht mit der Zange abbrechen. Bei runden Schnitten haben wir mit der Glaszange unten ans Glas geschlagen, damit der Ritz tiefer ins Glas geht, bis er am Ende durch das ganze Glas geht und sich die beiden Hälften trennen. Leichter geht es, wenn man Schneideöl benutzt. Doch dies ist ebenfalls ein teurer Spaß und für solche Sachen nicht unbedingt von Nöten. Gläser, die noch nicht ganz stimmten, haben wir mit der Glasschleifmaschine nachgeschliffen. Dank der Muster wussten wir genau wie groß die einzelnen Glasstücke zu sein hatten. Hierbei mussten wir darauf achten, dass alles genau ist und wir nicht schlampen. Sonst hätten wir später große Probleme mit dem Zusammenbau von den Gläsern und Bleien gehabt.

Jetzt wo wir alle Glasteile fertig hatten, haben wir uns ein großes Stück Blei genommen, welches am Ende der einen Seite und unten als Rahmen dient. Bevor wir die Bleie benutzen konnten, mussten wir sie mit dem Aufroller anreiben. Dieses dient der chemischen Reaktion in dem Blei und zusätzlich dem Glätten der Oberfläche. Nun mussten wir uns immer mit den Bleien und den Gläsern abwechseln. Wenn ein Glas mit einem Bleirahmen umschlungen war, mussten wir Glasreste gegen das Blei drücken und mit Nägeln fixieren. Niemals die Nägel gegen die Bleie drücken! Das dient dazu, dass das Glas fest sitzt und sich nicht mehr verschiebt, wenn wir das nächste Glas hineindrücken. Mit einem Hammer haben wir die Enden der Bleie etwas zusammengedrückt, damit man sie in das nächste Blei gut reindrücken konnte. Mit dem Messer haben wir immer die einzelnen Gläser hochgehoben, um das Blei unter das Glas schieben zu können.

Fensterlöhten2Als alle Gläser verbleit waren, mussten wir noch den Rahmen oben und an der anderen Seite mit Bleien versehen. Jetzt wo alles gut befestigt war und das Glas schon so gut wie fertig, mussten wir noch die einzelnen Bleiverbindungen jeweils auf beiden Seiten löten. Dazu mussten wir die Lötstellen zuerst mit einer Lötflüssigkeit einschmieren. Hier in diesem Bild kann man die Lötstellen gut sehen, es sind die hellen Kreuze auf dem Blei.

Nun putzten wir das Glas noch richtig sauber, damit das Fenster im perfekten Licht stehen kann.

Die Befestigung

Zum Schluss hat uns unser Lehrer geholfen, das Glas mit Nägeln an unserem Fensterglas zu befestigen. Da unsere Schule denkmalgeschützt ist, haben wir unser Fenster vor das bestehende am Holzrahmen befestigt.

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Fertige Fenster

Kleine Glaslektüre

Nun rede ich dauernd von Glas und wie man es verbleit usw. Natürlich mussten wir auch erlernen wie Glas entsteht! Das erste Glas entstand schon 7000 v. C. und bestand aus 90 % sauberem Sand (Quarzsand). Das älteste Rezept stammt aus Asurien vom Syrerkönig Assorbanipal und besteht aus 60 Teilen Sand, 180 Teilen Meerespflanzen (Pottasche) und 5 Teilen Kreide. Glas ist eine unterkühlte Flüssigkeit und hat unterschiedliche Schmelz- und Gefrierpunkte. Deshalb muss man Glas kontrolliert abkühlen lassen. Glas hat weiterhin eine große Oberflächenspannung, das heißt, es ist viskoseartig (ähnlich wie Honig). Die ersten Glasherstellungen wurden in zwei Werkstätten durchgeführt. Die Erste stellte das Rohglas her, wobei die zweite Werkstatt das Rohglas wieder schmolz und es weiterverarbeitete zu einem Endprodukt. In Venedig setzte man zu der Zeit schon Mamor ein und brannte es in einem sogenannten Hafenofen. Der Ofen hatte zwei Etagen. In der Ersten wurde das Glas geschmolzen und in der Zweiten gekühlt. Heutzutage nutzt man dafür Brennöfen. Man heizt den Ofen schnell auf eine hohe Temperatur, damit sich keine Kristalle bilden können. Dann hält man die Temperatur kurz auf diesem Niveau und kühlt es danach schnell ab, damit kein Quarzsprung entsteht. Quarzsprünge entstehen, wenn man den Ofen öffnet. Danach lässt man das Glas entspannen, damit das Glas nicht brechen kann. Es gibt viele Glasarten wie Antikglas, Natronglas, Borosilicatglas, Bleiglas und weitere. Alle haben eine andere Zusammensetzung und unterscheiden sich bei der Herstellung und beim Brennen.

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Author: Marina_Z - verfasst am 13. Januar 2010.
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